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Keine Lockerung des Naturschutzes im Sihlwald

Aus der Presse musste entnommen werden, dass die Baudirektion die Schutzverordnung Sihlwald überarbeiten und zukünftig sogar Eingriffe in der Kernzone erlauben möchte. Stein des Anstosses war eine Petition einzelner Gemeinden, der Interessengemeinschaft Sihlwald für alle mit rund 1‘000 Unterschriften. Eine Lockerung der Schutzverordnung Sihlwald kommt deshalb nicht in Frage.

Es bestand bisher ein breiter Konsens, dass es im Kanton Zürich wenigstens einen Wald mit dem Label «Naturerlebnispark – Park von nationaler Bedeutung» gemäss Verordnung über die Pärke von nationaler Bedeutung geben soll. Es handelt sich beim Sihlwald um den ersten und bisher einzigen Park mit diesem Label. Es war das erklärte Ziel, der natürlichen Entwicklung der Waldökosysteme im Sihlwald freien Lauf zu lassen und die Landschaft umfassend und ungeschmälert zu erhalten. In der Kernzone als Herzstück des Wildnisparks gibt es einen einzigartiger Buchenmischwald.

Die Ankündigung der Baudirektion, die Schutzverordnung zu lockern, ist ein absoluter Schnellschuss, der so nicht hingenommen werden darf. Er gefährdet das vom Bundesamt für Umwelt verliehene Label als Park von nationaler Bedeutung. Es gibt keinen einzigen Grund für eine derart überstürzte Revision der erst vor kurzem in Kraft getretenen Schutzverordnung, meine Damen und Herren. Auch die Ankündigung des Regierungsrats, Nutzungsanpassungen auf vereinzelten Wegverbindungen nur dann vorzunehmen, wenn dies vom Bundesamt für Umwelt als mit der Kernzone vereinbar erachtet wird, ändert an dieser Tatsache nichts. Dem Bedürfnis nach Erholung für Familien, Wanderer, Velofahrer, Reiter und Hundehalter kann auch in anderer Weise gebührend Rechnung getragen werden. Die Fläche ausserhalb der Kernzogen beträgt immerhin 42.5 %. Es könnten also durchaus Wege um die Kernzone herum gebaut werden. Im Übrigen existieren bereits heute 69 Kilometer Wanderwege, 51 Kilometer Radwege und 41 Kilometer Reitwege. Ist das nicht genug? Wir haben im Kanton Zürich einen einzigartigen Wald mit dem Label «Naturerlebnispark – Park von nationaler Bedeutung». Ausgerechnet in der Kernzone dieses Naturerlebnisparks sollen nun mit dem Segen der Baudirektion Velo- und Wanderwege gebaut werden. Das ist absurd.

Es geht heute nicht um Toleranz. Ebenso wenig geht es um ein Denkverbot, wie den Postulanten von der Gegnerschaft unterstellt wurde. Es geht darum, beim Naturschutz keine Konzessionen zu machen und unseren einzigen Naturerlebnispark nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Die elementarsten Grundsätze des Naturschutzes sind für uns nicht verhandelbar. Wir von der SP sagen Ja zu einem wirkungsvollen Naturschutz. Wir fordern den Regierungsrat auf, den Sihlwald als Naturerlebnispark unverändert zu schützen.

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Davide Loss

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