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  • Davide Loss

Für eine faire Praxis des Zürcher Verkehrsverbunds bei der Erhebung von Zuschlägen

Man kann sagen, Interpellationen seien sinnlos. Ich teile diese Auffassung nicht. Sie bringen oft Licht ins Dunkel des Dickichts der kantonalen Verwaltung. So ist es zu begrüssen, dass die Richtlinien der Richtlinie «Fahrausweiskontrolle» durch diese Interpellation öffentlich wurden und diesbezüglich Transparenz hergestellt werden können. Nachfolgend ein Votum für eine faire Erhebung von Zuschlägen.

Ich glaube, in diesem Saal herrscht ein breiter Konsens darüber, dass das Fahren ohne gültigen Fahrausweis nicht einfach so hingenommen werden kann. Und ich finde es auch völlig in Ordnung, dass fehlbare Jugendliche sich mittels Bezahlung eines Zuschlags an den durch das Schwarzfahren verursachten Kosten beteiligen.

Es geht jedoch nicht in Ordnung, wenn die Transportunternehmen mit den Jugendlichen ihre Kassen füllen. Ich spreche hier das Abonnement "Gleis 7" an. Auf ihrer Homepage schreiben die Schweizerischen Bundesbahnen: „Freie Fahrt von 19:00 Uhr bis 05:00 Uhr.“ Dies ist jedoch bei Weitem nicht der Fall. Dies führte dazu, dass das Bundesamt für Verkehr aufsichtsrechtlich einschreiten und geeignete Massnahmen ergreifen musste. Im Kanton Zürich herrscht, was das Abonnement "Gleis 7" angeht, ein regelrechter Gültigkeitswildwuchs. So gilt dieses Abonnement beispielsweise nicht für die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn. Wenn Sie spät abends nach Adliswil fahren, gilt das Abonnement "Gleis 7" nicht. Anders sieht es aber aus, wenn Sie zur gleichen Zeit nach Uster fahren; dort gilt es uneingeschränkt. Problematisch dabei ist, dass es – ausser einer langen Liste auf der Homepage www.gleis7.ch und dem 74-seitigen Tarif – keinerlei Hinweise an den Bahnhöfen gibt, dass das Abonnement "Gleis 7" auf der betreffenden Strecke nicht gilt. Ich habe kein Verständnis dafür, dass der Regierungsrat ausführt, eine entsprechende Beschilderung wäre „unverhältnismässig und nicht zielführend“. Diese Vorgehensweise des Zürcher Verkehrsverbunds steht in klarem Widerspruch zu Art. 15 Abs. 2 des Personenbeförderungsgesetzes.

Es ist klar, in erster Linie sind der Fahrgast bzw. dessen Eltern dafür verantwortlich, dass die Fahrt nicht ohne gültigen Fahrausweis angetreten wird, da stimme ich dem Regierungsrat zu. Zentral ist aber, dass die Jugendlichen entsprechend sensibilisiert und die Tarifbestimmungen in klarer und unmissverständlicher Weise bekanntgegeben werden.

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